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28Feb/18

Die letzten beiden Touren nach Köln

Autor: Walter Güldenberg

KVB ... Kölner Verkehrs-Betriebe

Meine Reiseziel in Köln ist meist der Barbarossaplatz. Das Ziel lässt sich (so Barrierefreiheit keine Rolle spielt) vom Hauptbahnhof mit Linie 16 oder 18 mit folgender Streckenführung erreichen:

  1. Dom/Hbf
  2. Appelhofplatz
  3. Neumarkt
  4. Poststraße
  5. Barbarossaplatz

Blöd nur ab Barbarossaplatz fahren die Linien als Tram weiter deshalb ist diese Haltestelle nicht barrierefrei.

Die barrierefreie Streckenführung vom Hauptbahnhof zum Barbarossaplatz sieht wie folgt aus:

  1. Dom/Hbf
  2. Breslauer Platz
  3. Ebertplatz (Umstieg)
  4. Hansaring
  5. Christofstraße
  6. Friesenplatz
  7. Rudolfplatz
  8. Zülpicher Platz
  9. Barbarossaplatz

Wie unschwer zu erkennen ist, die zweite Route ist um einiges länger und erfordert am Ebertplatz einen Umstieg. Der Fahrpreis ist gleich dem Preis für kürzere Route. Gibt also viel Fahrt fürs Geld.

Hinfahrt

Für die Tour im Januar kamen mein Knecht und ich überein, wir nehmen den manuellen Rollstuhl zu nutzen und die kurze Route zu nutzen und die U-Bahn an der Haltestelle Poststraße zu verlassen um die restliche Strecke zu rollen.

Gesagt, getan und ... Aufzug in der Poststraße (wie ein andere Fahrgast sagte: schon zwei Tagen) ausser Betrieb. Klasse, na ja kurze Strecken kann ich noch gehen. Also nächste Bahn und bis Barbarossaplatz, dort raus geklettert, unschön denn eine brauchbare kurzfristge Alternative gab es nicht.

Rückfahrt

Erst einmal Fahrausweis kaufen. Eigentlich kein Problem, moderne System nehmen Geldscheine, Hartgeld und Plastikkarten. Aber nicht bei der KVB, Plastik und Papier nicht am Barbarossaplatz nur Mützen und längst nicht alle Euro-Münzen, z.B. 2,-- nix, 1,-- nix. Wo so viele 0,50er bekommen um den Fahrpreis von rund 8,-- bezahlen zu können.

Hinfahrt

Die Tour im Februar wurde mit dem e-Rolli gemacht. Schon im Hbf Köln erste Störung, der Aufzug runter zum Gleis: außer Betrieb. Die Mädels von der Information: gehen Sie zum Breslauer Platz und fahren ab da, dort ist barrierefrei. Gesagt, getan, tatsächlich ein Personenaufzug der funktionierte. Kleiner Hacken: mit einem manuellen Rollstuhl und einem kräftigen Schieber wären wir in Zug rein gekommen, aber mit dem e-Rolli (den Spalt zwischen Bahnsteig und Zug hätten die Lenkräder nicht überwinden können, außerdem gab es hinter dem Spalt eine ca. 10 cm hohe Stufe), es wäre eine Rampe erforderlich gewesen - im Gegensatz zur S-Bahn in Hamburg stattet die KVB ihre Zugführer scheinbar nicht mit manuellen Rampen aus. In Hamburg geht es einfach nur gut: Zugführer Signal geben dass man mitfahren möchte, Zugführer steigt aus, legt Rampe aus, erfragt die Endhaltestelle, erscheint dort wieder und legt die Rampe erneut aus. Von der Art der Dienstleistung hat die KVB natürlich noch nichts gehört, vielleicht aber auch in der Art: wieso sollten wir, die Behinderten sollten froh sein das wir sie überhaupt befördern.

Rückfahrt

Dieses Mal, aus der Erfahrung gelernt, genügend Münzen in verschiedener Stückelung dabei. Fahrschein gekauft, rüber zur anderen Barbarossaplatz Haftstelle - also die 'barrierefreie' Haltestelle am Hohenstaufenring. Erster Zug kommt, uh gleiches Problem wie Breslauer Platz. Mein Knecht zum Zugführer wegen Rampe, der Zugführer hatte so ein Ansinnen wohl noch nie hört, sein Kommentar: Rampen, nein sowas haben wir nicht. Wenn Sie nicht rein können, dann können Sie nicht mitfahren. Nächster Zug ... der könnte passen, also rein. Auch wieder Klasse, einen speziellen Stellplatz für Rollis gab es nicht, also zwischen den beiden Ein- Ausstiegen parken. Das können andere Dienstleister erheblich besser. Auf dem Weg zum Ebertplatz einen Blick auf die KVB Seiten, sind die relevanten Aufzüge nutzbar ... Ebertplatz 'unser' Aufzug defekt. Klasse, also am Hansaring raus und bis zum Dom gerollt.

Unser Weg vom Hansaring zum Dom führte uns durch ein merkwürdig anmutendes Viertel, schien irgendwie etwas mit Rotlicht zu tun zu haben.

Fazit: Das KVB U-Bahn Angebot kann von vielen gleichartigen Anbietern eine Menge lernen, Luft nach oben gibt es reichlich. Aber vermutlich handelt man nach dem Motto: Es kommt wie es kommt und es ist noch immer gut gegangen.

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