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15Sep/12

Die Feierlichkeit zum SFD 2012 in Köln

Autor: Walter Güldenberg

Bereits gestern, Freitag 14. September 2012, bin ich nach Köln angereist. Die Übernachtung fand in der Nähe des Barbarossaplatz statt.

Heute hin zur KVB-Haltestelle Barbarossaplatz, dort einen Fahrschein der Preisstufe 2b (€ 2,60) gekauft und mit der Linie 18 (Richtung Köln, Thielenbruch) bis zur Haltestelle Poststraße. An der Haltestelle Poststraße die U-Bahn gewechselt und zwar Linie 4 (Richtung Leverkusen, Schlebusch) damit weiter bis zur Station Stegerwaldsiedlung, von dort aus auf eigenen Füßen weiter zur Deutz-Mühlheimerstr. 129.

Alternativ hätte ich auch in der Kombination Linie 16 und Linie 3 (mit gleichen Zwischenstationen) fahren können.

Die Anreise, im Groben, stellte keine sonderliche Herausforderung dar, schnell war ich an der Haltestelle Stegerwald. Rüber auf die andere Straßenseite, dann Richtung Stadtautobahn, dann rechts ab in die Ferdinandstraße und nach links Richtung Deutz-Mühlheimerstraße. Allgemein macht die Bausubstanz auf dem Teil der Deutz-Mühlheimerstraße den ich gesehen habe, einen erheblich herunter gekommen Eindruck (siehe Fotos), die typische Gegend die ein Ortsunkundiger um dunklen eher meidet.

Ich habe zwar die Tafel 'Alte Gasmotorenfabrik' auf der gegenüber liegenden Straßenseite flüchtig gesehen, da das Gebäude jedoch eher unbewohnt und extrem sanierungsbedürftig aussah (siehe Fotos) , bin ich vorbei gegangen. Ich wusste die Veranstaltung, findet in einem 'Coworker'-Ding statt und die befinden sich eher nicht in einem heruntergekommenen Umfeld, dort mag man es eigentlich etwas netter. Also mal weiter gehen ... die Hausnummer 129 deckt ne Menge Grundstück ab, jede Menge Fabriktore 2, 3, ... ob ich da irgendwie rein muß und dann in eines der Gebäude die weiter hinten auf dem Grundstück gelegen sind die zutreffende Adresse sind? Wieso ist nirgendwo ein Hinweis? Tja die Fabriktore sind zu, die ehemaligen Pförtner-Buden schon lange nicht mehr im Einsatz. Geh ich halt zurück zur Haltestelle und fahre wieder zum Barbarossaplatz ... Ich gehe auf der anderen Straßenseite zurück.

Oh, ein A4 Zettel sagt aus, in dem Gebäude wird der SFD gefeiert, jedoch nicht im Coworker-Dings, sondern beim DingFabrik e.V. Klingel 13 benutzen. Hurra, ich habe es doch noch gefunden. Aus den Lüftungs- und Kellerluken des Gebäudes strömt der typische Geruch feuchter, von Schimmel befallener, modriger Keller.  Schön, es gibt einen Personenaufzug der bringt mich hoch zur dritten Etage.

Sicherlich sind die Räumlichkeiten dort der ideale Spielplatz für handwerkliche Bastler und Tüftler, doch für Veranstaltungen wie z.B. zum SFD sind sie so geeignet wie das eigene Wohnzimmer oder eine Garage.

Im 'Vortragsraum' extreme Enge und drückender Mangel an Sitzgelegenheiten, so habe ich erst garnicht versucht in diesem Raum Platz zu finden. Im Eingangsraum war weder wirklich Platz noch die Möglichkeit ein Gespräch zu führen ohne die Vorträge zu stören. Der Raum wurde von Tischen und zwei Sofas dominiert. Dann gab es noch eine Küche die auch zum größten Teil vom Handwerksgerät ausfüllt war und keine Sitzgelegenheit bot. Die Ding Fabrik Leute waren übrigens sehr aufmerksam, freundlich und hilfsbereit.

Es waren keine 20 Leute (inklusive aller Vortragenden) dort die die Vorträge verfolgten, wie ich von einem Teilnehmer des Vorjahres erfuhr waren in 2011 nur 8 Leute (inklusive der Sprecher) da. Auch sagte man mir, die Veranstaltung hätte eigentlich in den Räumlichkeiten der Coworking Cologne, ein Unternehmen des Gasmotorenfabrik Köln e.V., stattfinden sollen. Da jedoch vollkommen unerwartet und ohne jede Vorankündigung mit der Sanierung der Innenräume der Coworking Cologne Räume begonnen wurde, war die Nutzung unmöglich.

Es stimmt mich nachdenklich und bewegt meine Sicht der Verantwortlichen der Firma Coworking Cologne eher in den negativen Bereich, denn dort wird man von den Maßnahmen zur Instandsetzung ganz sicher nicht von einem Tag auf den nächsten Tag überrascht worden sein und hätte frühzeitig die Zusage zur Gestellung der Räume absagen können um den Veranstaltern der SFD Feierlichkeiten Zeit zu geben adäquate andere Räumlichkeiten zu finden.

Ich habe einen Blick durch die Glastüre in die Innenräume der Coworking Cologne geworfen, dort sah es schon ganz anders aus als in den Räumen des DingFabrik e.V., mehr Raum und hell.

Kurz vor Mittag wurde eine Bestellliste eines Lieferservice in die Runde gegeben. Wie häufig, das Angebot ging vom Hamburger über Pizza und Schnitzel hin zu Mexikanisch und Indisch. Da ich mir dachte Werkzeug für das Essen wird sicher Mangelware sein habe ich eine Pizza bestellt. Meine Pizza war ganz OK ganz nett, die Speisen wurden von den Sponsoren übernommen.

Im frühen Nachmittag, da auch niemand das Bedürfnis hatte sich mit einem CAcert x509 auszustatten, habe ich das Plakat eingepackt, mich verabschieded und bin zurück zum Barbarossaplatz. Denn zum einen Platz im 'Vortragsraum' war nicht wirklich da und die noch anstehenden Vorträge behandelten keine Dinge von denen ich nicht schon eine Menge gehört hatte, bzw. es wurden Themen behandelt die mich nicht wirklich interessieren. Hinzu kam, die schlechte Luft in den Räumen machte recht schläfrig und ich fürchtete während eines Vortrags sanft in den Tiefschlaf zu fallen.

Mein Fazit:

Die Idee durch eine Veranstaltung auf den SFD und damit auf den gesamten Komplex der Freien Software und des gesamten Umfeldes in die breitere Öffentlichkeit zu bringen unterstütze ich voll und ganz. Doch hier ist der Sache eher ein Bärendienst geleistet worden, denn das Umfeld (Räumlichkeiten, allgemeine Lage des Veranstaltungsortes) hätte übler nicht sein können. Damit wurde letztlich vermittelt: Menschen in überfrachteten Räumen, Menschen den das Umfeld unwichtig ist, usw. Man hätte es nur noch toppen können indem man in einen schummrigen Keller, der voll mit IT, Kabeln, leeren Pizza-Kartons, etc. gewesen wäre. Vielleicht hätte man, mangels brauchbarer Räume, die Veranstaltung besser absagen sollen.

Ich halte es ebenso für unglücklich die Vorträge mehr oder minder, ohne den Teilnehmern Zeit und Raum zur Verfügung zu stellen sich die Beine zu vertreten, unmittelbar aneinander zu reihen. Da geht nach dem zweiten oder dritten Vortrag die Konzentration zwangsläufig in den Keller und die schlechter werdende Luft führt zur Schläfrigkeit.

Vergleiche ich diese Veranstaltung mit dem SFD Event des Balista e.V. dann ist Hamburg ganz weit vorne. Ich habe zwar vor Jahren einmal gesagt, der SFD beim Balista ist wie eine Veranstaltung im Wohnzimmer, doch verglichen mit den Räumlichkeiten in Köln, selbst wenn ich unterstelle die Coworker-Räume sind um einiges größer und repräsentativer als die Räume des Ding Fabrik e.V., so ist das Bürgerhaus Barmbek eine 'Arena' in baulich sehr gutem Zustand, mit hübschen Außenanlagen und in guter Wohnlage.

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