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9Mrz/15

Aachen – Heimbach – Aachen mit dem ÖPNV

Autor: Walter Güldenberg

Mit Bus und Bahn von Aachen nach Heimbach und zurück.

Der erste frühlingshafte Tag im März 2015 wie so nicht mit Bus und Bahn nach Heimbach fahren. Mit der AVV-Linie 1 zum Hauptbahnhof Aachen. Von Gleis 2 um 11:51 weiter mit dem Regionalexpress Nr. 1 zum Bahnhof Düren Ankunft an Gleis 3. Wechsel nach Gleis 4a. Das Gleis 4a ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, Gleis 4a befindet sich (Richtung Aachen) hinter dem Personenaufzug (links am Personenaufzug vorbei gehen, natürlich kann Fahrgast auch rechts am Personenaufzug vorbei gehen muss dann jedoch einen Absperrzaun überwinden um Gleis 4a zu erreichen).

Kurzer 'Reisebericht':

Um 12:21 setzt sich der Schienenbus der Rurtalbahn, der als Regionalbahn (ausnahmelos 2. Klasse) verkehrt, in Richtung Heimbach in Bewegung. Die Streckführung ist fast durchgängig eingleisig ausgelegt und nicht elektrifiziert. Der Diesel-Triebwagen ist voll, voll, voll Sitzplätze sind bereits am Start in Düren Bahnhof Mangelware bis nicht mehr verfügbar.

Fahrräder, Rollatoren und wenige Kinderwagen versperren Einstieg und Durchgang, ich ergatterte einen Notsitz. 'Kuschelige Enge' kann nett sein - doch meine unmittelbare Nachbarschaft deren geräumige Körper mindestens 1,5 Notsitze erforderen ...  ich hätte mir mehr Abstand gewünscht, ersatzweise breitere Notsitze.

Mitreisende die zum einzigen Fahrkartenautomat (abhängig von der Fahrtrichtung befindet sich der Automat 'vorne' oder eben 'hinten' vor dem Überbau der Achsen) im Schienenbus möchten haben keine Chance.

Bei dieser Fahrt wurde ein relativ moderner Triebwagen eingesetzt, erheblich leiser ist und nicht penetrant nach Diesel stinktend, wie die älteren Fahrzeugen, die neueren Schienenfahrzeuge halten eine Toilette für den Fahrgast bereit (die Dimension der Türe lässt vermuten es handelt sich um eine behindertengerechte Sanitäranlage).

Folgende Haltepunkte wurden auf der Strecke Düren Bahnhof - Heimbach Haltepunkt passiert:

  • Annakirmesplatz (Halt nur bei Bedarf)
  • Kuhbrücke (Halt nur bei Bedarf) - einige Passagiere verlassen den Schienenbus
  • Lenderdorf (regulärer Haltepunkt)
  • Renckstraße/Krankenhaus (Halt nur bei Bedarf)
  • Niederau Tuchmühle (Halt nur bei Bedarf)
  • Kreuzau (regulärer Haltepunkt) - mehrere Passagiere steigen aus, fast alle Mitfahrer haben jetzt einen Sitzplatz.
  • Kreuzau Eifelstraße (Halt nur bei Bedarf) - neue Mitfahrer kommen an Bord.
  • Üdingen (Halt nur bei Bedarf) - ein älterer Herr, Führer eines Rollator steigt ein, fährt mir vors Schienbein, dann über meine Füße - Entschuldigung oder ähnliches - Fehlanzeige (typisch SLE[1]?).
  • Untermaubach Schlagstein (regulärer Halt) - hier befindet sich ein Campingplatz direkt am Bahndamm, sicher kein Garant für ruhigen Urlaub 😉
  • Obermaubach (Halt nur bei Bedarf) - mehrere Mitfahren verlassen den Triebwagen. Erste private Paddelboote auf dem Stausee. Nun haben alle einen Sitzplatz im Schienenbus gefunden.
  • Zerkall (Halt nur bei Bedarf) - die ersten Kühe auf der Weide.
  • Nideggen - Brück (regulärer Halt) - Campingplatz beidseitig des Bahndammes.
  • Abenden (Halt nur bei Bedarf) - ein Hund winselt herzzerreißend im Schienenbus.
  • Blens (Halt nur bei Bedarf)
  • Hausen (Halt nur bei Bedarf) - der Rollator Kapitän steigt aus, da nun mehr Platz im Fahrzeug vorhanden ist kann ich rechtzeitig Füße und Beine in Sicherheit bringen.
  • Heimbach um 13:05 erreichen wir den Endhaltepunkt.

Vor jedem Haltepunkt warnt eine weibliche Stimme vom Band wie folgt (diese Ansage gab/gibt es bei den älteren Fahrzeugen nicht):

"Bitte achten Sie auf den Abstand zwischen Zug und Bahnsteig", Erinnerungen an die London Tube werden wach - der Duft der großen weiten Welt: "Mind the gap".

Ich 'wandere' Richtung Dorf - klar Heimbach verfügt über Stadtrechte, der Ort fühlt sich jedoch nicht wie eine Stadt an. Am Fußgängerweg zwischen Rur und Durchgangsstraße finde ich ein sonniges Plätzchen mit Metalbank, ein guter Platz mein verspätetes Frühstück einzunehmen, da es angenehm warm ist 'wandert' ein Teil meiner 'wärmenden' Kleidung in meinen Rucksack.

Der 'schöne Tag' hat viele Menschen auf die Beine, auf die Motorräder, in die Autos gebracht, durch die Hauptstraße wälzt sich eine Lawine von Autos und Motorräder, die Gastronomen haben die Gunst der Stunde genutzt und ihre Außenbetriebe geöffnet, diverse Läden und Geschäfte sind geöffnet und bieten Waren und Dienstleistungen an.

Ich spaziere auf schmalen Bürgersteigen ins Dorf hinein. Der Straßenverkehr ebbt nicht ab, es ist nicht einfach die Straßenseite zu wechseln, Fußgänger-Ampeln gibt es nicht.

Nett, hinauf zur Burg gibt es einen Personenaufzug über 3 Etagen, alternativ kann eine Wendeltreppe genutzt werden.

Um 15:21 gehts es ab Haltepunkt Heimbach wieder zurück nach Düren. Der Schienenbus ist gut gefüllt, aber nicht überfüllt wie bei der Hinfahrt. 16:15 fahre ich ab Düren Bahnhof von Gleis 1 mit dem RE 9 zurück nach Aachen. Im Hauptbahnhof Aachen angekommen, eine positive Überraschung, der Bahn ist es endlich gelungen:

"Unsere Zugfahrt endet hier ... ", vormals erzählte die Stimme vom Band den Passagieren über Jahre: "Dieser Zug endet hier ..." hab' mich immer gefragt: nun wenn der Zug hier endet, wo steht der Anfang vom Zug?

Vielleicht sollte ich die 'Reise' unter der Woche nochmals machen, dann ist hoffentlich, jedenfalls so lange noch keine Ferienzeit ist, nicht so voll im Dorf.

Übrigens dank Jobticket der Aseag (AVV) waren die Fahrten kostenfrei.

[1] SLE = KFZ Kennzeichen für Schleiden in der Eifel. Im städtischen Umfeld wie folgt 'übersetzt': sau-liederlicher Eifelbauer 😉

Fotostrecke:

Aachen Heimbach Aachen März 2015

Im März 2015 mit Bus und Bahn von Aachen nach Heimbach und zurück.

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