walters blog
15Dez/13

Aachen – Heinsberg – Aachen mit der Eisenbahn

Autor: Walter Güldenberg

Wie ich letztens berichtete ist die Strecke Aachen - Heinsberg, nach mehr als 30 Jahren, wieder an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Ab 15. Dezember wird die Strecke regelmäßig, im Stundentakt, bedient. So habe ich die Gelegenheit genutzt und versucht die 'Reise' in Wort und Bild zu fassen.

Die Fahrt von Aachen Hauptbahnhof Gleis 3 a/b nach Heinsberg führt entlang der folgenden Stationen:

  • Aachen Schanz
  • Aachen West
  • Herzogenrath
  • Übach-Palenberg
  • Geilenkirchen
  • Lindern (Hier wird der Zug getrennt: der vordere Teil fährt Richtung Mönchengladbach, der hintere Teil nach Heinsberg)
  • Heinsberg-Randerath
  • Heinsberg-Horst
  • Heinsberg-Porselen
  • Heinsberg-Dremmen
  • Heinsberg-Oberbruch
  • Heinsberg Kreishaus
  • Heinsberg (Rheinland)

Zur Feier der neuen Anbindung findet am Bahnhof Heinsberg in der Zeit von 12:00 bis 18:00 ein Bürgerfest statt.

Die Fahrt selbst.

Ich bin mit der Bus Linie 11 an Alter Posthof zum Hauptbahnhof Aachen. Dort ging es dann ab 3 a/b weiter mit der RB33. Der Personenaufzug zu den Gleisen 2 und 3 war nicht in Betrieb, so waren wohl Rolli-Fahrer draußen vor.

Ein kleiner Tip: Da der Zug 'rückwärts' - also gegen die spätere Fahrtrichtung - in den Bahnhof einfährt befindet sich der 'hintere' Teil des Zuges der nach Heinsberg geht im Bereich Bahnsteig A, also in Richtung Aachen-Rothe-Erde!
Nicht irritieren lassen wenn die RB33 auf der Verbindungsübersicht mit Ziel Duisburg Hbf angegeben wird. Die RB33 sind real besehen zwei Züge.

Bereits in Aachen war der Zug mehr als gut gefüllt, jedoch musste noch kein Fahrgast mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Mir gegenüber saßen Fahrgäste deren Ziel Richtung Duisburg lag. Ich machte den Menschen deutlich dass dieser Zugteil nach meinen Erkenntnissen nicht nach Duisburg, sondern nach Heinsberg fahren würde. Sie wollten meiner Auffassung nicht folgen. Auch mein Hinweis auf dem Umstand das in der Fahrgastinformation im Wagen ausschließlich von RB33 Heinsberg die Rede wäre überzeugte meine Mitreisenden nicht.

An den weiteren Stationen stiegen stetig weitere Fahrgäste zu und die Sitzplätze waren alle schnell vergeben. Dann waren wir am Ort der Entscheidung, High Noon sozusagen, in Lindern, mein Standpunkt was die Weiterfahrt anging traf zu und eine 'Völkerwanderung' setzte ein. Auch in Lindern wieder eine Menge Zustiege, übrigens der Bahnsteig war mit grünen und weißen Wimpeln verschönert. Nach einem ca. 5 minütigen Aufenthalt in Lindern ging es weiter Richtung Heinsberg. An den weiteren Stationen erneut viele Zustiege, nicht alle Personen fanden Platz im Zug. Eigentlich sollte die Fahrt ohne Umstieg bis zum Endpunkt Heinsberg durchgeführt werden, jedoch in Oberbruch musste der Zug gewechselt werden - keine Ahnung wieso. Ab jetzt hatte ich auch einen Stehplatz. Auch in diesen Zug versuchten Menschen an den folgenden Stationen, teilweise erfolglos, Platz zu finden.

In Heinsberg angekommen, ein Bahnhof voll wie die Tube in London zur Rushhour 'Massenkuscheln' war angesagt. Der Menschenstrom teile sich am Ende des Bahnsteigs, ein Teil bog nach rechts ab um sich das Bürgerfest anzusehen, der Rest ging zum Bushof um von dort Richtung Weihnachtsmarkt zu starten. Beim Bürgerfest Bier- Glühwein- Fritten- Reibekuchen- Buden und Helium Ballons in Form einer Regionalbahn gab es zu sehen. Ebenso stellte die Feuerwehr aus, beim Roten Kreuz gab es gegen freiwillige Spende Heißgetränke und Erbsensuppe. Die Suppe war wirklich gut. Vom Platz des Bürgerfestes kann der Bahnhof gut eingesehen werden. Immer wenn ich einen Blick wagte, jede Menge Menschen am Bahnsteig. Heerscharen strömen nach Heinsberg und fahren wieder davon. Heinsberg wird zum 'Nabel der Welt', bald ist Düsseldorf nicht mehr Landeshauptstadt, dann wird es Heinsberg sein 😉

Ich hatte auch den Plan, wenn ich schon in Heinsberg bin, dann schau ich mir dort Weihnachtsmarkt an. Also auf Richtung Fußgängerzone, ich habe meinen Plan dann doch recht schnell verworfen, eine Menschen-Lawine rollte Richtung Innenstadt, keine Chance ein paar brauchbare Fotos zu machen.

Also zurück zum Bahnhof Heinsberg. Der Bahnsteig war bereits gut besucht, mehr und mehr Menschen fanden sich ein. Dann mit etwas Verspätung erscheint auch der Zug und der Bahnsteig füllt sich noch mehr durch die Menschen die mit dem Zug gekommen waren. Ich hatte Glück und fand schnell einen Sitzplatz. Und zurück ging es. Aber auch dieses Mal keine Fahrt ohne Umstieg (auch wenn der Fahrplan eine andere Aussage machte). Dieses Mal wurde der Umstieg nicht in Oberbruch fällig, sondern erst in Lindern. Ab Lindern ging es mit RE4 zurück nach Aachen. Auch dieser Zug wieder kräftig gefüllt. Ich fand mich dann in der ersten Klasse wieder, war mir egal, notfalls 40 € Strafe plus Upgrade bezahlen. Und dann kommt der Schaffner ... und was sagt der Mann: kein Problem bis 23:59 wird auf der Strecke kein Fahrpreis erhoben, egal ob sie erster oder zweiter Klasse fahren.

Wenn diese Bahnstrecke zukünftig ein solche Auslastung erfährt dann wird sie zur Goldgrube. Oder war es nur der Anreiz die Strecke kostenlos befahren zu können der Antrieb für die Fahrgäste? Das äußerst überschaubare Bürgerfest kann m.E. nicht der Magnet gewesen sein. Und nein, ich wüßte nicht welche Attraktionen (Kultur, Architektur, Museen, Ausstellungen, Sammlungen etc.) ich in Heinsberg vorfinden könnte.

Für die Fahrt von Aachen nach Heinsberg ist ein AVV Fahrschein der Preisstufe 4 erforderlich.

Nach den Worten hier die Bilder:

Ähnliche Artikel

CC BY-NC-SA 4.0 Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Kommentare (0) Trackbacks (0)

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.

Trackbacks are disabled.