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23Jul/12

HKX die neue billig Bahnverbindung Hamburg – Köln – Hamburg

Autor: Walter Güldenberg

Ab 23. Juli 2012 gibt es ein neues Billig-Angebot auf der Bahnstrecke Hamburg - Köln - Hamburg. Der Anbieter nennt sich HKX, es werden unterschiedliche Abfahrtzeiten - bis zu 3 am Tag - angeboten. Der Preis startet für die volle Strecke bei € 20,--, wird die Rückfahrt sofort dazu gebucht gibt es 10% Rabatt auf den Preis für die Rückfahrt. Somit beträgt der Preis für die Strecke Köln - Hamburg - Köln minimal € 20,-- + € 18,-- = € 38,-- und maximal € 60,-- + € 54,-- = € 114,--. Die entsprechenden Fahrscheine können ausschließlich online oder in den entsprechenden Zügen erworben werden.

Die Züge sind bis zu 160 KM/H schnell, liegen also in etwa in der Klasse des IC. Neben den günstigen Preisen gibt es auch Nostalgie, denn die Wagen des HKX fuhren viele viele Jahre unter der Bezeichnung 'Rheingold-Express' am Rhein entlang. Die Wagen des Rheingold die HKX zum Einsatz kommen sollen aus den 70er Jahren stammen, es handelt sich ausnahmslos um Wagen der 1. Klasse. Da diese alten Wagen noch eine entsprechende Zulassung haben werden die Fäkalien direkt auf den Schienenstrang 'entsorgt', deshalb die Bitte: "Toilette in Bahnhöfen nicht nutzen" 😉 Anwohner an der Bahnstrecke werden sich freuen, bzw. an alte Zeiten erinnert werden.

Vermutlich können die mehr als 30 Jahre alten Wagen des Rheingold-Express nicht mit vergleichsweise neuen Fahrzeugen der IC oder ICE Klasse konkurrieren, dies dürfte bei der Schalldämmung beginnen und bei Wärme- und Kühltechnik sowie Barrierefreiheit weiter gehen und bei der Sicherheitstechnik enden. Mit anderen Worten nur ganz wenige Youngtimer aus dem Auto-Bereich hätten heute eine Chance aktuelle Crash-Tests zu 'überleben'.

Eine andere Frage die sich mir stellt, wieviel Energie 'verballeren' die 30 Jahre alten Wagen im Vergleich zu aktuellen IC bzw. ICE Wagen 'sinnlos'? Ich könnte mir vorstellen es ist einiges, und selbst wenn HKX bzw. deren Lokomotiv - Partner den Strom, im Verhältnis zu einem 08/15 Haushalt fast 'geschenkt' bekommt, ist die Frage: muss unnützer Verbrauch sein?

(Quelle: ndr.de)

Im Gegensatz zum original Rheingold gibt es beim HKX keine Küche an Bord. Die Versorgung mit Kleinigkeiten (Getränken, Brote, etc.) erfolgt jeweils am Platz. Entsprechend sind keine warmen Gerichte, wie sonst üblich bei Speisewaren oder Bistro im Angebot. Ebenso kommen die Rheingold bekannten Panorama- und Barwagen nicht zum Einsatz, verständlich, denn die Strecke Hamburg - Köln kann nicht mit besonderer Landschaft aufwarten. Die Lokomotiven und die Führer werden von Veolia gestellt. Da mit dem jetzigen Fuhrpark des HKX nicht der gesamte Fahrplan bedient werden kann kommt der Fuhrpark der Nord-Ostsee-Bahn zum Einsatz.

Unter den Besitzern des HKX (Hamburg-Köln-Express) befindet sich auch Herr Schabas der stark in der Privatisierung der British-Rail beteiligt war und damit auch nicht ganz 'unschuldig' an den Pannen- und Unfallserien der British-Rail wegen ausgebliebener Investitionen in Sicherheit - so ich mich recht erinnere - war.

Offenbar ist noch nicht alles so ganz gar, jedenfalls war es mir nicht möglich eine Online-Buchung abzusetzen:

Ich bin mir jedoch sicher, der Fehler wird in Kürze behoben werden.

(Quellen: ARD, WikiPedia)

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Kommentare (4) Trackbacks (0)
  1. Das sind die schönen alten Abteilwagen, denen ich immer noch hinterhertrauere. Nur daß sie auf der Abbildung nicht mehr dieses billige rote Kunstleder drauf haben, sondern eben was moderneres. Ich hab die immer wahnsinnig gern benutzt, weil man darin so schön viel Platz hatte, sich nicht gegenseitig auf den Füßen stand beim Gegenübersitzen, und in denen auch immer genug Platz für Gepäck war. All das ist der Bahn ja heute nicht mehr wichtig.

    Ich frage mich nur, ob die Lokführer etc. genügend verdienen und die Wagen ordentlich gewartet werden, wenn der Fahrpreis so niedrig ist. Die Bahn nimmt für die Strecke mit IC und 1 x Umsteigen 83, mit ICE 92 Euro, und selbst wenn man davon ausgeht, daß das überteuert ist, weil die Bahn ja an die Börse will, ist die Differenz immer noch erheblich.

    • Sicher zwischen maximal € 60,– je Strecke und € 83,– ist schon ein Unterschied. Hier darf m.E. aber nicht unbeachtet bleiben, die alten Rheingold Wagen haben noch alte Zulassung die es u.a. erlauben die Fäkalien direkt in das Gleisbett zu entsorgen. Bei IC oder ICE wird ein Restaurant vorgehalten, die meisten Wagen der IC, ICE Klasse stellen Strom für Rechner & Co. zur Verfügung.
      Da ich persönlich über eine entsprechende BahnCard verfüge halbiert sich der Fahrpreis der DB so oder so und würde ich dann noch die Bonus-Punkte in Ansatz bringen würde ich immer unter € 60,–, natürlich nicht unter € 20,–.
      Ab und an weht es mich nach Hamburg. Bisher habe ich die Strecke niemals mit der Bahn gemacht, sondern mit dem Flieger von Köln nach Hamburg. Denn trotz den Anreise ab Aachen (mit der Bahn) und der Checkin- und Checkout-Zeit sowie dem Umstand das Fuhlsbüttel nicht direkt neben dem Zentrum Hamburgs gelegen ist war es die schnellere Verbindung. Und was den Preis angeht, meist war der Flug günstiger als die (regulären) Angebote der Bahn.


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